artnet Magazin, Berlin

  1. 27. Sep. 2009, 17:19

    Lee Friedlander: America by Car (1997-2008), Galerie Thomas Zander

    Die großen, radikalen Konzeptstände waren selten auf dieser Messe, was weder dem Verkauf, noch den Inhalten geschadet hat. Das art forum berlin 2009 war kein Themenpark, sondern ein Parcours der Einzelentdeckungen. Viele Stände argumentierten geradezu mit ihren Bildern. Die Galeristen hatten mit der Sorgfalt von Schachspielern ihre Kombinationen gehängt und so zwar radikale Gesten gescheut, aber den Blick auf die Bildware gelenkt. Das sah wie eine Verbeugung vor den Käufern aus. Man überließ den Sammlern das Wort. Qualitativ gute Arbeiten hingen an den Ständen. Es ging nicht um den großen, übergreifenden Zusammenhang. An vielen Ständen konnte man sich aber den Künstler, die Epoche, die ästhetische Haltung aussuchen, denen man - von den Höhen des Hypes herabgestiegen - künftig die Treue halten will. Konsolidierung statt Machtdemonstration. Erstaunlich dabei: Das art forum berlin war gerade deshalb eine kurzweilige Messe. In einer Phase der Neuorientierung dient Pluralität offenbar der Sache. GG

    Jamie Isenstein
    Inside Out
    C-print einer Radio-Performance mit Skelett beim PS1 Radio
    Courtesy Meyer Riegger, Karlsruhe/Berlin