
“Eigentlich ist alles ok”, stellt Daniela Steinfeld fest. Die Düsseldorfer Galeristin (Van Horn) versucht in Worte zu fassen, was viele Besucher und Aussteller spüren, aber nicht recht benennen können. “Die Messe ist auf gar keinen Fall schlechter als in den letzten Jahren”, erklärt sie. Beruflich ist sie jedenfalls ein voller Erfolg. Ein mittelgroßes Gemälde von Georganne Deen hat sie bereits für 20.300 Euro an eine spanische Foundation vermittelt und gut die Hälfte der Exponate am Stand in der focus-Halle ist mit Reservierungen unterschiedlicher Ernsthaftigskeitsgrade belegt. Zudem hat sie für Markus Karstiess eine Ausstellungsbeteiligung an einer westdeutschen Institution verabredet. Und dennoch ist die Stimmung nicht nur bei ihr verhalten. Irgendwie scheint die Luft am vierten Tag etwas raus zu sein. Die Besucher informierten sich zwar über Künstler und Arbeiten, doch nach Preisen werde kaum gefragt. “Ich glaube, es gibt generell eine gewisse Messemüdigkeit. Das hat nix mit Berlin zu tun”, meint sie und ein Kollege aus der selben Halle stimmt ihr zu. Das falle allerdings in einer Stadt wie Berlin besonders auf, deren Angebot ohnehin riesig ist. SK
VAN HORN, HALLE 11.2, STAND 107
Abbildung:
Markus Karstiess, Golden Liquor, 2009
Keramik, glasiert
4.000 EUR
Van Horn, Düsseldorf
Foto: Stefan Kobel